Kuvasz

(Wesen/Eignung, Geschichte, Entwicklung und Standart)

Wesen und Eignung als Familienhund :

Leider wird der Kuvasz häufig mit einen Hütehund verwechselt. Der Kuvasz ist ein Herdenschutzhund. Der Begriff an sich erklärt schon die Aufgabe. Er wird zum Schutz der Herde eingesetzt, nicht um sie zu hüten und das Verhalten des Nutzviehs zu beeinflussen. Der Kuvasz soll drohende Gefahr für die Herde melden, dies tut er durch massives Bellen und gegebenenfalls durch Angriff.
Heimische Züchter sollten nicht nur auf Standart und Schönheit wert legen, vielmehr sollten verantwortungsvolle Züchter auf die Eignung als Haus- und Familienhund achten und die Welpeninteressenten aufklären das typisches HSH-Verhalten im Alltag eine Herausforderung sein kann.
Viele Eigenschaften des Kuvasz lassen sich beeinflussen, aber er bleibt ein Herdenschutzhund, mit den für ihn typischen Charaktereigenschaften.

Das typisches Verhalten eines Kuvasz/Herdenschutzhundes :

  • Das Mißtrauen gegenüber allem Fremden
  • Eigenständiges Handeln
  • Umschalten von Ruhephasen in höchste Alarmbereitschaft
  • Verteidigungsbereitschaft
  • Massives Bellverhalten bei Gefahr
  • Gebietsmäßige (territoriale) Angriffsbereitschaft
  • Extreme Wachsamkeit bei Dämmerung

Diese typischen Eigenschaften können den Haltern Schwierigkeiten bereiten.
Eine umsichtige Sozialisierung des Züchters ist der erste Schritt um diesen Schwierigkeiten entgegen zu wirken.
Pflicht eines jeden Züchters sollte sein, eine Routine herzustellen, die alle Lebenssituationen einschließt (Geräuschkulisse, optische Eindrücke, Umwelteinflüsse, Kontakt zu Artgenossen und regelmäßiger Umgang mit Menschen beider Geschlechter, jeden Alters und jeder Statur ), damit meine ich nicht, das man die Welpen rund um die Uhr bespaßen soll, aber bitte auch nicht in Watte packen.
Die neue Familie des Kuvaszwelpen sollte unbedingt damit fortfahren und es auch erweitern. Regelmäßiger Kontakt zu Kindern und Freunden der Familie, Gewöhnung an Postboten, Lebensmittellieferanten, Mofas, Autos und anderer Tiere. Allerdings alles in Maßen, um den Welpen nicht zu überfordern !! Man kann sich, mit seinen Welpen auf dem Arm, auch einfach mal irgendwo draußen hinsetzen und die Umgebung gemeinsam beobachten, so kann der junge Hund jede Menge neue Eindrücke sammeln und Vertrauen zu seinem Menschen aufbauen. Irgendwann wird das Kuvaszkind einfach einschlafen, dann ist es Zeit nach hause zu gehen. 🙂 …ohne es zu wecken.
Das ist notwendig um das Mißtrauen des Kuvasz klein zu halten und Angriffen vorzubeugen. Außerdem wird durch vielfältiges Kennenlernen verschiedener Lebensumstände, das Bellverhalten gemindert. Was für den Kuvasz zum normalen Alltag gehört, braucht nicht durch Bellen angezeigt oder angegriffen werden.
Trotzdem sollte die Selbstständigkeit des Kuvasz nicht unterschätzt werden, auch wenn man sie beeinflussen kann. Er wird immer verteidigungsbereit sein, auch wenn sein Halter nicht damit rechnet.
Die hohe Reizschwelle des Kuvasz sinkt mit der Dunkelheit. Der Hund wird noch verteidigungsbereiter als bei Tag und ein gebietsmäßiger (territorialer) Angriff kann schnell erfolgen.
Halter eines Kuvasz sollten immer vorausschauend denken und handeln.

Agieren, statt reagieren ist Grundvoraussetzung beim Umgang mit dem Kuvasz !!

Bei guter Sozialisierung verhält sich der Kuvasz meistens neutral und ist ein angenehmes Familienmitglied.

Der Kuvasz ist eben ein Hund der besonderen Art und keinesfalls zu unterschätzen, und dennoch, wer den Kuvasz kennen und lieben gelernt hat, wird dieser Rasse treu bleiben.

Geschichte :

Der Kuvasz ist zur Zeit der bekannteste ungarische Hirtenhund.
Der Kuvasz wurde in Ungarn (12. Jahrhundert) zum Schutz der Herden gegen wilde Tiere und Diebe eingesetzt.
Der Name Kuvasz ist aus dem türkischen und arabischen abgeleitet und bedeutet Wächter. Dazu ist dieser Hund durchaus in der Lage.
Hier zu Lande beschränkt sich sein Einsatz auf das Bewachen von Haus und Hof seines Halters.

Entwicklung des Kuvasz :

Da der Kuvasz mit neun Monaten in der Höhe schon meist ausgewachsen ist, läßt das auf eine schnelle körperliche Entwicklung schließen.
Um Skelettschäden vorzubeugen ist es sinnvoll den jungen Hund oft und dafür nur kurz zu bewegen, auch sollte auf eine abgestimmte Ernährung geachtet werden, denn Vorbeugen ist besser, als heilen.
Ist der Hund ausgewachsen sollte man ihm ausreichend Bewegung bieten, da er über ein ausgesprochenes Temperament verfügt, das er auch ausleben möchte.
Der Kuvasz ist ein Spätentwickler und erst mit drei bis vier Jahren wirklich ausgereift.

Standart (in Kurzform) :

Weißer großwüchsiger Hund mit wohlproportionierten Körperteilen, die eine harmonische Einheit bilden. Der Knochenbau ist massig und stark, die Gelenke sind hager und der Brustkorb tief. Der Rumpf hat eine rechteckige Form. Die Behaarung ist weiß und wellig. Die Haut ist stark pigmentiert, der Nasenspiegel, die Liedränder und Lefzen sind schwarz. Die Augen sollten ein dunkelbraune Färbung haben. Das Stockmaß der Rüden soll zwischen 71 und 76 cm und das der Hündin zwischen 66 und 70 cm liegen. Das Gewicht eines Rüden sollte zwischen 48 und 62 kg und das der Hündin zwischen 37-50 kg sein.